Der Sprung (span.: salto) mit dem kanarischen Hirtenstab.

Der Sprung mit dem kanarischen Hietenstab ist eine traditionelle Fortbewegungsmethode auf den kanarischen Inseln. Sie besteht in der Benutzung > eines Stabes (u.a „astia“, „lanza“, „garrote“ , „lata“ oder „asta“ genannt), den der kanarische Ziegen- oder Schafhirte seit undenklichen Zeiten kennt um sich in der Fortbewegung zu helfen. Die Sprungtechnik und die Naturlandschaft in der sich der „salto“ entwickelt hat, haben sich bis heute erhalten.
Schon unsere Geschichtsschreiber beziehen sich auf ihn, wenn sie die Leichtigkeit beschreiben, mit der sich unsere Vorfahren in derzerklüfteten Inselgeografie fortbewegten.(*). Bis heute hat man nicht erforscht, ob diese Praxis von den ersten Siedlern des Archipels eingeführt wurde oder erst hier entwickelt wurde. Auf jeden Fall hat man in allen Hirtenkulturen Stäbe benutzt um sich beim Laufen zu helfen.
Unser Sprung mit dem Hirtenstab hat sich aber, begründet in der Notwendigkeit, zu einer charakteristischen und ausgefeilten Technik entwickelt.
In der Vergangenheit war die Benutzung des Hirtenstabs weiter verbreitet in der Bevölkerung, in den letzten Jahren blieben nur die Ziegen- und Schafhirten, die ihn weiterhin benutzten.
In der Gegenwart sind wir bemüht den Sprung mit dem Hirtenstab so nah wie möglich an seinen Ursprüngen zu erhalten. Wir sind uns bewusst, dass wir nicht mehr aus Notwendigkeit springen wie früher (als er Arbeitsinstrument war), sondern suchen die spielerische Komponente, den Nervenkitzel, den Genuss in der Natur oder die Erhaltung der Tradition. Wir distanzieren uns vom Massensport, vom Unterhaltungsspektakel und vom Wettbewerb. Wir haben das klare Anliegen, dass alle Kanarier ihn kennen, wenngleich nicht unbedingt praktizieren sollten.
Sei 1994 wurden Vereine („jurrias“ oder „colectivos“ genannt) gegründet, mit dem Ziel als sportliche Aktivität anerkannt zu werden, für den Sprung mit dem Hirtenstab werben und ihn auch zu unterrichten. Dann, 1997 unternimmt man die ersten Schritte zur Gründung einer kanarischen Föderation.
Die Vereine für den Sprung mit dem Hirtenstab beginnen ergänzende Aktivitäten zu organisieren, wie Kurse, Zeltlager, Zusammenkünfte, Vorträge und Kongresse. Sie agieren in der Praxis wie Kulturvereine.Der Sprung (span.: salto) mit dem kanarischen Hirtenstab.







 

(1)"(*) „Sie stürtzen sich mit der Lanze, der Länge nach vor des Mannes Körper gehalten, dreigeteilt derart, dass sie das untere Drittel zuerst auf der Erde oder dem Fels in Berührung bringen, mit einer Eisenspitze die die Lanze trägt, welche eine Handspange lang ist mit ihrem Schaft, ohne das sie vom Ort der Bodenberührung abrutschen; aber selbst aus dreifacher Lanzenhöhe stürtzen sie sich in die Tiefe und landen mit solcher Leichtigkeit auf dem Boden
als wären sie Vögel.
“ GASPAR FRUCTUOSO (SIGLO XVI) Las Islas Canarias ("De Saudades da Terra")........

„ Die Bauern,..., beherschen die Kunst von Fels zu Fels zu springen wenn Sie reisen; die Methode ist folgende: der Mann trägt einen langen Stab oder Lanze, mit einer Spitze am Ende und wenn er von einem Fels zu einem anderen hinab will, zielt er mit der Spitze seiner Lanze auf den Punkt auf den er springen möchte, stürtzt sich über sie und treibt die Spitze der Lanze derart in den in den Boden, dass sie senkrecht steht und lässt sich dann an ihrer Länge langsam zum Boden herabgleiten.“
GEORGE GLASS, Descripción de las Islas Canarias 1764 2ª Edición. Tenerife: Goya Ediciones 1982.

FEDERACION DE SALTO DEL PASTOR CANARIO.
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